14.07.2021

Es wird noch bunter

Dank einer Spende wurden in Rappertshofen zehn barrierefrei bedienbare Tablets mit spezieller Software beschafft. Nahezu alle Klient*innen profitieren von dem neuen digitalen Angebot.

Das Reutlinger Unternehmen Kittelberger media solutions GmbH unterstützt regelmäßig soziale Projekte. „Als Unternehmen möchten wir unsere Gesellschaft positiv mitgestalten“ sagt Geschäftsführer Jan Kittelberger. Persönlich fühlt er sich seit vielen Jahren mit den Menschen in Rappertshofen verbunden. Die räumliche Nähe seiner Firma trägt dazu ebenso bei wie seine Kontakte zu einzelnen Bewohnern über die Kirchengemeinde. Bereits Ende des vergangenen Jahres erhielt die Habila in Rappertshofen erneut eine großzügige Spende seiner Firma.

Heimbeirat und Mitarbeitende überlegten gemeinsam, wie das Geld möglichst vielen Klient*innen zugutekommen könnte. Die Entscheidung fiel einstimmig auf die Beschaffung spezieller Tablets. Mit der Spende konnten zehn solcher Kleincomputer mit barrierefreier Software für ein Jahr gemietet werden. Die Klient*innen haben jederzeit die Möglichkeit, sie in vielen Bereichen der Einrichtung in Rappertshofen zu nutzen.

Dank der großen Auswahlfelder mit einfachen Symbolen und klaren Farben gelingt die intuitive Bedienung auch Menschen mit Behinderung, die bisher kaum Erfahrung mit dieser Technik hatten. Nahezu alle Klient*innen finden auf den Geräten Inhalte, die ihnen Spaß machen und sie auch herausfordern. Armando Steffen zum Beispiel kann mit dem Bedienstift in seiner rechten Hand das Tablet gut steuern. Mit Unterstützung der Mitarbeiter*innen beschäftigt er sich so oft wie möglich mit Spielen und Worträtseln.

Peter Eder quizzt sehr gerne. Häufig spielt er „Dalli-Klick“ nach der früheren Fernsehsendung mit Moderator Hans Rosenthal. „Ab und zu höre ich auch gerne klassische Musik“, erzählt er. Deshalb gefällt ihm auch das Klassikquiz, bei dem immer zwei Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind. Ist die gespielte Melodie aus „Schwanensee“? Oder doch die „Mondschein-Sonate“?

Franziska Schiller nutzt das Tablet für Entspannungsreisen oder ein Memoryspiel. Nachdem sie das Tablet einen Nachmittag lang ausgeliehen hatte, meinte sie: „Da gibt es ja so viele Themen!“ Im Menü „Texte“ hat sie eine Rezeptsammlung entdeckt. Besonders interessieren sie die vegetarischen Gerichte.  Für die Gemüsepaella möchte sie bei nächster Gelegenheit einkaufen gehen, um das Rezept mit Unterstützung ihrer Betreuungskraft auf der Gruppe auszuprobieren.

Vieles eignet sich auch für Kleingruppen. Zum Beispiel wenn es Tierstimmen, Instrumente oder Alltagsgeräusche zu erraten gilt oder Geschichten und Gedichte vorgelesen oder angehört werden können. Ergotherapeutin Marion Nörpel setzt das Tablet gerne bei ihrer Arbeit mit den Klient*innen ein. Bei Wortfindungsstörungen eignen sich die Bilderrätsel, bei denen zwei Antworten zur Auswahl stehen und Antworten auch mit einfachen Handzeichen gegeben werden können. Auch für das kognitive Training finden sich Aufgaben in abgestuften Schwierigkeitsgraden.

Das Tablet bietet auch ohne Internetzugang eine Vielzahl an Möglichkeiten. Regelmäßige Updates sorgen dafür, dass immer wieder neue Inhalte hinzukommen. Klient*innen und Mitarbeiter*innen sehen in den Tablets eine wertvolle Ergänzung des täglichen Assistenz- und Therapieangebots und möchten sie im Alltag nicht mehr missen.

| Claudia Preiß

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