15. November 2019

Digital, fehlerfrei und ohne Stress

Ein opto-elektronischer Assistent sorgt in der Habila-Werkstatt in Markgröningen für neue Möglichkeiten. Mit seiner Hilfe können auch Menschen mit starken Beeinträchtigungen komplexe Tätigkeiten bewältigen.

Er heißt ebenso schlicht wie treffend „Der Assistent“. Das Gerät eines Fellbacher Herstellers hat rund 16.000 Euro gekostet und ist ein Stück Industrie 4.0 und schafft eine sinnvolle Symbiose zwischen Mensch und digitaler Technik. Denn mit seiner Hilfe werden Menschen mit Behinderung in die Lage versetzt, interessante und anspruchsvolle Aufgaben an ihrem Arbeitsplatz zu bewältigen.

Der Assistent wurde für die industrielle Fertigung entwickelt und wird von vielen großen Firmen eingesetzt. Das Gerät ist individuell programmierbar. Es lässt sich auf die persönlichen Bedürfnisse, beispielsweise die Verwendung einfacher Sprache, ebenso anpassen wie an die jeweils zu erledigenden Arbeitsschritte. Diese werden mit optischen Projektionen nicht nur angeleitet, sondern dank einer Kamera auch auf die korrekte Ausführung hin überprüft und gegebenenfalls korrigiert.

Bei komplexen Tätigkeiten kann der Assistent zum Beispiel anzeigen, aus welchem Behältnis das nächste Werkstück entnommen werden muss, wo es zu platzieren ist und welche Handgriffe für die Montage ausgeführt werden sollen. Er zeigt anschließend an, ob ein Montageteil korrekt angebracht wurde und bestätigt zum Abschluss ein fehlerfreies Ergebnis. Indem er Soll- und Ist-Zustand abgleicht, gewährleistet der Assistent eine Null-Fehler-Fertigung.

„Viele Mitarbeiter*innen in unserer Werkstatt wünschen sich, auch solche anspruchsvollen und komplexen Tätigkeiten ausführen zu können“, sagt Karl-Heinz Dettling, bei der Habila Markgröningen Leiter Werkstätten und Service. Diese Möglichkeit eröffnet ihnen der Assistent. Und nicht nur das: Die Mitarbeiter*innen erleben die Tätigkeit mit Unterstützung des Assistenten als besonders stressfrei. Er gibt Sicherheit ohne unter Druck zu setzen.

Das Gerät kann sowohl längerfristig an einem Arbeitsplatz eingesetzt oder auch nur für eine Einlernphase genutzt werden, nach deren Abschluss die Tätigkeiten dann selbstständig ausgeführt werden. In diesem Fall wird der Assistent anschließend neu programmiert und steht für einen Einsatz an einem anderen Arbeitsplatz zur Verfügung.

| Karl-Heinz Dettling, Stephan Gokeler

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